für einen gut gepflegten Sprengelkiez

1. Müllsammelaktion 8.9.2018

Im späten Super-Sonnen-Sommer versammelten sich an diesem Tag etwa 20 Sprengelkiezler*innen, um die Bürgersteige, Spielplätze und Grünanlagenvom Müll zu befreien. Drei Gruppen  schwärmten aus zu den Schwerpunkten Triftstrasse, Nordufer und Sprengelpark. Nach und nach wurden immer wieder gut gefüllte grosse blaue Mülltüten an der Hauswand des Nachbarschaftshauses abgestellt. Erstaunte Kommentare der zufällig vorbeigehenden Weekend-Shopper aus dem EDEKA-Laden: “Wo ham die das denn
bloß alles her?”

Tja – Leute. Der Müll liegt auf der Strasse. Wer bereit ist, hinzuschauen – gegebenenfalls mit Brille – der/die wird’s auch sehen.

Christa vom Sprengelhaus hatte eine leckere Linsensuppe vorbereitet, die uns Andrea serviert hat. Allen hat es gut geschmeckt. Christa ist auch eine der eifrigsten und zuverlässigsten Sammler*innen. Andrea – jung an Jahren, doch reich an Erfahrung managt die Küche umsichtig und souverän.

Und nun noch zu Dorothea. Sie ist die eigentliche Urheberin der Sammelaktion vom Mai 2018. Sprengelhauschefin Claudia Schwarz hatte diese
Aktion als Anerkennung und zur Unterstützung für Dorothea’s unermüdliche Solo-Sonntags-Einsätze ins Leben gerufen. Dorothea sammelt schon seit 2014. Durch ihr Vorbild ist schon eine ganze Menge in Bewegung gekommen.

Zur Entspannung nach dem Essen hatte Claudia Schwarz dann noch einen Hörgenuß organisiert. Helene sang mit Gitarrenbegleitung von Jonathan auf
der kiezberühmten blauen Sprengelhausbank für alle. Zufrieden lächelnde Gesichter überall. Ein sehr erfolgreicher Wochenendbeginn. Die Sonne bleibt. Der Müll kommt wieder.

Also …

2. Müllsammelaktion 15.9.2018

Zu Beginn heute ein paar allgemeine Gedanken. Allen Beteiligten ist klar: bei uns im Sprengelkiez wird es nie so aussehen wie in Dahlem oder in Hermsdorf. Das wollen und brauchen wir hier auch nicht. Doch: unsere Alltagswege durch den paradoxen Wohlstandsmüll in einem armen Stadtbezirk, der Slalom zwischen Hundehaufen, der wieder mal kaputte Fahrradreifen durch die heimtückischen, überall herumliegenden Glasscherben. Das nervt!

Die grüne und blühende Natur hat es schwer, sich da durchzukämpfen.Erholung, Entspannung, Aufatmen und  Durchatmen in guter, frischer Luft, Spazierengehen im Grünen und gute Nahrung für die Seele tanken. Im Sprengelkiez ist das Mangelware. Kein Wunder, daß so viele von uns seelische Unterernährungserscheinungen aufweisen. Aggressionen, Lärm, Beleidigungen, Gewalt sind immer an der Tagesordnung in der Nachbarschaft.

Gegen diese grauen Gedankenwolken setzen wir Greifzangen, Handschuhe und blaue Mülltüten ein. Diese wenig gewürdigte Drecksarbeit für’s Gemeinwohl kann überraschend viel Spaß machen, wenn sie in Verbindung mit anderen im Rahmen unserer Sammelaktionen gemacht wird. Frag mal jemand der/die dabei mitgemacht hat nach den Erfahrungen. Wenn du irgendwann selbst bereit
bist: wir freuen uns über jedes neue Gesicht.

Zur Aktion heute: Wir pendeln uns langsam ein bei etwa 20 Teilnehmenden. Zwei kleine Kinder haben auch schon aktiv mitgemacht und sich um den Spielplatz im Sprengelpark gekümmert. Wir hatten am Ende wieder etwa 20 gefüllte Tüten.

Claudia Schwarz vom Sprengelhaus hat uns beim gemeinsamen Imbiss ausführlich über das Internetverfahren zur Sperrmüllmeldung beim Ordnungsamt informiert. Telefonisch geht’s auch: 9018-26 666. Diese Telefonummer ist von Mo-Fr von 6 – 22 Uhr besetzt. Manchmal ist niemand da. Manchmal geht aber nach dem 15. Klingelton doch noch jemand an den Apparat.

GEDULD! GEDULD!

Darauf kommt’s an bei der mittel- bis langfristigen Lösung der Müllproblematik.